iPhone 12: So umweltfreundlich ist das Smartphone wirklich!

iPhone 12 - Wie nachhaltig ist es wirklich

Neben den neuesten technischen Entwicklungen spielt die Nachhaltigkeit von Produkten eine zunehmend wichtige Rolle. Wir zeigen dir, wie nachhaltig das iPhone 12 wirklich ist. Wir testen es auf die Reparierbarkeit und zeigen dir, welches Apple-Modell den kleinsten ökologischen Fußabdruck hinterlässt. 

Wie nachhaltig ist das iPhone 12?

Mit neuer 5G-Technologie, neuem Chip-System und einem Magneten im Rücken werden die neuen iPhone-12 Modelle vorgestellt. Insgesamt erscheinen 4 Modelle: iPhone 12, iPhone 12 Mini, iPhone 12 Pro und das iPhone 12 Pro Max. Neben den technischen Innovationen spricht Apple auch von einer „Umweltoffensive“. Was das bedeutet haben wir im Detail recherchiert.

iPhone 12: Apples "Umweltoffensive"?

Apple wird ab sofort seine iPhones ohne Kopfhörer und Netzteil ausliefern – auch das iPhone 12 und iPhone 12 Pro. Stattdessen wird ein USB-C auf Lightning Kabel beigelegt, welches schnelleres Laden ermöglichen soll.

Grund für diese Änderung ist ein nachhaltigerer Umgang mit Ressourcen. Da viele Nutzerinnen und Nutzer laut Apple bereits auf kabellose Kopfhörer umgestiegen sind, werden die beiliegenden Kopfhörer häufig nicht benötigt. Weiterhin gibt Apple an, dass die Netzteile in fast allen Haushalten vorhanden sind und die neuen beiliegenden Netzteile ebenfalls nicht verwendet würden.

Mit dieser Entscheidung könne Apple die Verpackungen von iPhone 12 und iPhone 12 Pro verkleinern. Das hat wiederum zur Folge, dass nun mehr Kartons pro Lieferung versendet werden können und somit weniger Lieferungen insgesamt notwendig sind.

Die beiden Zubehörteile sind dennoch weiterhin einzeln erhältlich. Die Preise wurden gesenkt.

Recycelte Bestandteile

Im Product-Environment-Report für das iPhone 12 sehen wir, woraus sich das neue Smartphone zusammensetzt.

Apple gibt an, dass 98 % der verwendeten seltenen Erden recycelt sind. Alle verbauten Magnete bestehen aus 100 % recycelten seltenen Erden.

Ebenfalls bestehen 99 % des eingesetzten Wolframs aus recycelten Materialien. In der Taptic-Engine wurden 100 % recyceltes Wolfram verwendet.

Bisher bestehen die Plastikelemente aus 35 % wiederverwendetem Plastik.

Auf dem Logicboard wurde 100 % recyceltes Zinn verbaut.

iPhone 12 Nachhaltigkeit der Bestandteile

Nachhaltig verpackt

Um die Verpackung der iPhone-12-Modelle so nachhaltig wie möglich zu gestalten, ist Apple bemüht, den Kunststoff so weit es geht zu eliminieren und den Recyclinganteil zu erhöhen

So besteht die Schachtel zu 93 % aus Faserbasis. Die Fasern des Holzes stammen aus 100 % verantwortungsbewusst bewirtschafteten Wäldern.

Die Verpackung besteht aus 72 % recycelten Faser-Materialien. Beim iPhone 11 waren es noch 62 % recycelte Fasern. Zudem wurde die Plastikfolie, die das Display geschützt hat, ersetzt. 

Außerdem hat Apple durch Weglassen von ausgewähltem Zubehör das Gewicht um 39 % reduzieren können, um so den ökologischen Fußabdruck durch den Versand verringert.

iPhone 12 Teardown - So gut lässt es sich reparieren

Wir haben uns das iPhone 12 genauer angeschaut. Im Teardown Video siehst du, wie das iPhone aufgebaut und wie es sich reparieren lässt. Auf unserem YouTube-Kanal werden ebenfalls Reparatur-Anleitungsvideos veröffentlicht. So erfährst du direkt wie du den Akku, das Display und andere Reparaturen selbst durchführen kannst. Bedenke jedoch, dass du zunächst auf die Garantie zurückgreifen solltest, bevor du eine eigene Reparatur in Betracht ziehst.

Hinter den Aufnahmen unseres iPhone 12 Teardowns

iPhone 12 Unboxing

iPhone 12 Unboxing

Im Lieferumfang des iPhone 12 ist diesmal nur das iPhone 12 und das USB-C-auf-Lightning-Kabel enthalten.

Verpackungsvergleich: iPhone 12 vs. iPhone SE 2

Der Größenunterschied der neuen Verpackung im Vergleich zu älteren iPhone Modellen ist eindeutig zu erkennen. Die iPhone 12 Verpackung auf der rechten Seite ist deutlich flacher.

iPhone 12 vs iPhone SE Box
iPhone 12 öffnen

Unser Ersteindruck des iPhone 12

Das Erste, was uns auffällt, ist der verbesserte Wasserschutz. Wir hatten deutlich mehr Mühe den Kleber zu lösen.

Erste Überraschung beim Öffnen

Anders als seine Vorgänger wird das iPhone 12 nach links aufgeklappt. Zudem scheint der Displaywechsel einfacher gestaltet zu sein.

offenes iPhone 12
iPhone 12 Einzelteile

iPhone 12 komplett auseinander genommen

Hier siehst du alle Einzelteile des iPhone 12. Die Ladebuchse, sowie andere im Gehäuse verklebten Flachbandkabel, haben wir nicht entfernt.

Die Stimme unserer Videos

Lukas startet auch direkt mit den Tonaufnahmen für den Teardown. Er ist auch die freundliche Stimme, die euch durch unsere anderen Anleitungsvideos begleitet.

Tonaufnahme von Lukas
iPhone 12 Teardown cutting

Der letzte Feinschliff

Nun müssen nur noch Tonaufnahmen zu den Videoaufnahmen zusammen gefügt werden und schon ist unser Teardown des iPhone 12 fertig zum Anschauen.

Das war der kleine Einblick in unsere Arbeit für den iPhone 12 Teardown. Das Video kannst du dir oben anschauen. 

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Welches iPhone 12 Modell hat den kleinsten ökologischen Fußabdruck?

Apple gibt verschiedene CO2-Fußabdrücke für die Versionen des iPhone 12 an. Mit steigendem Speicher wächst der Fußabdruck.

Den geringsten Abdruck hat die 64 GB Variante mit 70 kg CO2e. Die 128 GB Version hat bereits einen Fußabdruck von 75 kg CO2e. Den größten Abdruck hinterlässt die 256 GB Version mit 85 kg CO2e.

Im Vergleich zum iPhone 11 Product Environment Report hat sich der Fußabdruck bei der 64 GB Variante von 72 kg CO2e, die 128 GB Variante von 77 kg CO2e und die 256 GB Variante von 89 kg CO2e verringert.

iPhone 12 Ökologischer-Fußabdruck Grafik

Auf die Größe kommt es an

Wer bei seinem Smartphone besonders auf den CO2-Fußabdruck achtet, sollte eher auf die kleinere Variante des iPhone 12, das iPhone 12 Mini, zurückgreifen.

Hier liegen die Werte für die 64 GB bei 64 kg CO2e, 128 GB bei 69 kg CO2e und 256 GB bei 80 kg CO2e.

Hingegen wartet das iPhone 12 Pro Max mit Fußabdrücken von 86 kg CO2e, 96 kg CO2e und 11o kg CO2e auf.

Um deinen eigenen CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, solltest du jedoch versuchen, dein bisheriges Smartphone so lange wie möglich zu nutzen. Solltest du um einen Neukauf nicht herumkommen, lohnt es sich, vor dem Kauf die Smartphones auf Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit zu überprüfen.

Hier findest du alle Product-Environment-Reports für die neuen iPhone-Modelle

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Hat Apple den rettenden "Plan für den Planeten"?

Apple versucht seit Jahren sein grünes Image zu stärken. Im Jahr 2018 verkündete das Tech-Unternehmen aus Kalifornien, dass alle eigenen Bürogebäude, Rechenzentren und Stores mit 100 % erneuerbarer Energie betrieben werden. Mittlerweile zählt Apple zu den größten Solaranlagenbetreiber der USA.

Doch Apple ging noch weiter und präsentierte im Juli 2020 den „Plan für den Planeten“Hier lautet das große Ziel 100 % Klimaneutralität bis 2030. Das bedeutet, dass auch alle Apple Produkte und die Zulieferfirmen klimaneutral werden. Ziel von Apple ist es, dass bis 2030 jedes einzelne verkaufte Produkt keinen negativen Einfluss auf das Klima hat.

"Unternehmen haben die große Chance, beim Aufbau einer nachhaltigeren Zukunft mitzuhelfen, die aus unserer gemeinsamen Sorge um unseren Planeten entsteht"

Tim Cook, Apple CEO

Apples Klima-Roadmap

Apple verpflichtet sich zur 100-prozentigen Klimaneutralität bis 2030. Die Maßnahmen dafür sind in der 10-Jahres-Klima-Roadmap festgehalten. 

Kohlenstoffarmes Produktdesign

Der Ausbau von der Verwendung kohlenstoffarmer und recycelter Materialien steht hier im Vordergrund. Ebenfalls wird daran gearbeitet, energieeffizientere Produktdesigns zu entwickeln.

Apple entwickelte für die Rückgewinnung wertvoller Ressourcen, u.a. Wolfram, Stahl und die Magneten aus seltenen Erden, eigene Demontageroboter „Daisy“ und „Dave“, die die Taptic-Engine zerlegen. Zusammen mit der Carnegie Mellon University entwickelt Apples Labor für „innovative Elektronik-Recyclingtechnologieneue Lösungen der Rückgewinnung von Materialien. So konnten alle Apple-Geräte, die 2019 auf dem Markt erschienen, bereits aus recycelten Materialien hergestellt werden.

Im Jahr 2019 konnte Apple durch Design-Innovationen und den Einsatz von recycelten Materialien bereits 4,3 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Jedoch wurden immer noch insgesamt 25,1 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen. Seit dem Höchststand im Jahr 2015 konnte Apple bereits 35 % ihrer Emissionen einsparen und in den letzten 11 Jahren wurde der durchschnittliche Energieverbrauch der Apple-Produkte um 73 % verringert.

Innovationen im Fertigungsprozess und Materialien

Technologische Verbesserungen sollen dazu beitragen, dass Herstellungsprozesse und verwendete Materialien weniger Emissionen verursachen.

Es wird bereits ein kohlenstofffreies Schmelzverfahren von Aluminium entwickelt. Die erste Verwendung soll im 16“ MacBook Pro stattfinden.

Produktion

Ausbau der Energieeffizienz

Mittels neuer Wege soll der Energieverbrauch an Apples Standorten weiter gesenkt werden. Zudem möchte Apple seine Zulieferunternehmen aktiv unterstützen, die gleiche Umstellung umzusetzen.

Der US-China Green Fund wird aufgrund der Partnerschaft mit Apple 100 Mio. US-Dollar in Projekte für eine bessere Energieeffizienz bei Apple-Zulieferfirmen investieren. 2019 waren 92 Unternehmen in dem Energieeffizienzprogramm von Apple eingeschrieben. Durch das Programm konnten 779.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr in der Lieferkette eingespart werden.

Durch Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz in ihren neuen und bestehenden Gebäuden konnte Apple den Stromverbrauch um 1/5 senken und 27 Mio. US-Dollar sparen.

Grüne Energie

Erneuerbare Energie

Wie bereits erwähnt, verwendet Apple seit 2018 100 % erneuerbare Energie für ihre Gebäude und Stores. Zusätzlich sollen nun neue Projekte entwickelt werden und die Umstellung entlang der gesamten Lieferkette erfolgen.

Bisher haben sich 70 Zulieferfirmen verpflichtet, diese Umstellung auf saubere Energie durchzuführen. Sobald dies eintritt, können über 14,3 Mio. Tonnen CO2e (CO2-Äquivalente) pro Jahr eingespart werden. Eine Einsparung, die einer Stilllegung von 3 Mio. Autos pro Jahr entspricht.

Weiterhin arbeitet Apple intensiv daran, neue Projekte für erneuerbare Energie durchzuführen, bspw. mit Strom unterversorgte Regionen auf den Philippinen und in Thailand abzudecken.

Entfernung von Kohlenstoff

Wie viele Unternehmen investiert Apple ebenfalls in die Aufforstung von Wäldern.
 
Mit ihrer Partnerschaft mit dem „Conservation International“ investiert Apple in verschiedene Projekte für die Wiederherstellung und den Schutz von Wäldern und Ökosystemen.
 
In weiterer Zusammenarbeit mit dem „The Conservation Fund“ und dem „World Wildlife Fund“ wurden über 1 Mio. Hektar Wald geschützt.

Ist Apple jetzt grün genug?

Die Informationen aus Apples Pressemitteilung klingen vielversprechend. Doch Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind nicht alleine mit Entwicklung neuer Dinge und Investitionen getan.

Im Gespräch mit Business Insider erklärte Harald Bolsinger, Professor für Wirtschaft und Unternehmensethik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, welche Probleme Apple in Bezug auf Nachhaltigkeit noch vor sich hat.

Apple ist Teil eines Marktes, der immer mehr Geräte in immer schnelleren Zyklen herausbringt. Allein in diesem Jahr kam bereits das iPhone SE 2 (2020) im Frühjahr heraus und nun folgen vier weitere Modelle mit dem iPhone 12, iPhone 12 Pro, iPhone 12 mini und dem iPhone 12 Pro Max. Das sind 5 Modelle innerhalb eines Jahres.

„Das ist das ganze Systemproblem der Branche und des Marketings dieser Branche“. Zudem würden diese Zyklen Ressourcen verbrauchen, „die im Grunde genommen sinnlose Verschwendung“ darstellen. Es benötigt eine „öffentliche Diskussion zu diesem Kernpunkt und mit konkreten Lösungen dafür“, so Bolsinger.

Außerdem müsse Apple „Nachhaltigkeit im Sinne der Vereinten Nationen ganzheitlich verstehen und in allen Bereichen ausnahms- und kompromisslos vorangehen“.

Wir sind der Meinung, dass das Wiederverwenden von Ressourcen für die Produktion neuer Smartphones wichtig ist. Jedoch sollte Apple nicht darauf bedacht sein, immer mehr und immer häufiger zu produzieren. So wird gefördert, dass Konsumentinnen und Konsumenten ihre voll funktionsfähigen „alten“ Smartphones austauschen.

Stattdessen sollte der Weg der Reparatur für Apple-Geräte geebnet werden. Eine Reparatur von iPhones könnte noch mehr Ressourcen und Energie einsparen als die Produktion neuer Handys aus recycelten Materialien. Solange Apple gegen private Werkstätten, die ihre Smartphones reparieren, juristisch vorgeht, ist das Thema Nachhaltigkeit größtenteils zu Imagezwecken und nicht wirklich im Geschäftssinn verankert.

Wenn es Apple wirklich ernst ist mit der Nachhaltigkeit, sollte das Unternehmen Ersatzteile für die Geräte frei zugänglich machen, Werkstätten mit Ersatzteilen beliefern und nicht durch Updates und Software ausgetauschte Teile in ihrer Funktion beeinträchtigen.

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Wir hoffen, dir hat unser Beitrag gefallen und du konntest dir ein Bild über die Nachhaltigkeitsziele von Apple und die bisherige Umsetzung im Rahmen der iPhone 12 Releases machen.

Teile uns gerne in den Kommentaren mit, wie du es siehst und was du dir zukünftig von großen Herstellerfirmen wie Apple, Samsung und Co. wünschst.

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