Faktencheck: Was du über unsere Umwelt wissen musst

Tipps für einen umweltfreundlichen Lebensstil gibt es in Hülle und Fülle. Gleichzeitig gibt es mindestens genauso viele verschiedene Meinungen und Irrtümer, die diese Themen betreffen. Wir nehmen geläufige Nachhaltigkeits-Mythen unter die Lupe und erklären, warum die Behauptungen wahr oder falsch sind.

#1 Bio-Lebensmittel sind nachhaltiger.

Wahr und falsch zugleich. Bio-Lebensmittel sind nicht automatisch nachhaltiger als herkömmliche Alternativen.

Die Begriffe Bio und Nachhaltig dürfen nicht als Synonyme verstanden werden: Die Produktion von “nachhaltigen” Lebensmitteln bezieht sich auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte. Dabei wird darauf geachtet, dass Ressourcen längerfristig erhalten bleiben. Wenn Lebensmittel als “Bio” gekennzeichnet sind, berücksichtigt das nur bestimmte Bereiche der Lagerung und Produktion. Weite Transportwege oder die Herkunft von Pflanzensamen spielen hierbei keine Rolle. 
Bio-Lebensmittel können demnach nachhaltiger produziert worden sein als andere Produkte, sind es aber nicht zwangsläufig. Dennoch setzt die biologische Herstellung beispielsweise weniger nicht abbaubare Giftstoffe frei.

#2 Fleischkonsum hat keinen Einfluss auf das Klima.

Falsch. Fleischkonsum trägt erheblich zur Klimaerwärmung bei.

Unser Fleischkonsum hat durch die direkten Emissionen von Lachgas, Methan und CO2 und die Umwandlung von Landschaften (zum Beispiel zu landwirtschaftlichen Nutzflächen) Auswirkungen auf das Klima. Zum Vergleich: Vom Feld bis zum Teller entstehen bei einem Kilogramm Brot etwa 0,7 Kilogramm CO2, bei einem Kilogramm Rindfleisch zwischen 7 und 28 Kilogramm CO2.
Hoher Fleischkonsum steht also zurecht in der Kritik, da der ökologische Fußabdruck von tierischen Produkten, also auch von Käse oder Butter,  im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr groß ist.

#3 Stofftaschen sind besser als Plastiktüten.

Das stimmt teilweise. Wenn Stoffbeutel häufig wiederverwendet werden, sind sie umweltfreundlicher als die Plastik-Variante.

Zurzeit verbraucht jeder Europäer im Durchschnitt 198 Plastiktüten pro Jahr, in Deutschland sind es 71. Wenn diese Plastiktüten auf der Deponie landen, dauert es bis zu 500 Jahre bis sie dort verrotten. Taschen aus Baumwolle sind hingegen biologisch abbaubar, weisen in der Herstellung jedoch einen höheren Ressourcenverbrauch auf. Durch den Pestizideinsatz beim Baumwollanbau werden Böden versauert und trocknen aus.
Wie bei vielen Produkten kommt es auch hier auf die Häufigkeit der Nutzung an: Wenn du dich für einen Beutel aus Bio-Baumwolle entscheidest und zwischen 20 und 100 Mal deinen Einkauf darin einpackst, ist die Öko-Bilanz der Mehrweg-Tasche besser als die von Plastiktüten.

#4 Mülltrennen bringt sowieso nichts.

Falsch. Auch die Mülltrennung im privaten Haushalt ist sinnvoll, da sie die Wiederverwertung von Ressourcen ermöglicht.

Die Mülltrennung ist Voraussetzung für das Recycling, das in Abfallbetrieben stattfindet und wertvolle Ressourcen schont. Über 80 Prozent des Altpapiers wird in Deutschland wiederverwendet und auch Glasbehältnisse gehen zu vier Fünfteln ins Recycling.
Wenn du deinen Müll nicht trennst und alles im Restmüll entsorgst, wird dieser verbrannt und du trägst indirekt zur Ressourcenverschwendung bei. Da das Recycling von Abfällen viel Energie verbraucht, ist es natürlich am besten, Müll so gut es geht zu vermeiden.

In unserem Blogbeitrag haben wir Tipps zur Abfallvermeidung für dich, die du einfach umsetzen kannst.

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#5 Elektroautos sind umweltfreundlicher.

Nicht immer. Der ökologische Fußabdruck von E-Autos hängt von der Herkunft des Stroms ab.

Ein klarer Vorteil von Elektroautos ist, dass sie bei der Fahrt keine Schadstoffe ausstoßen. Emissionen entstehen dafür bei der Herstellung: Insbesondere die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus verbraucht viel Energie. Diese stammt allerdings oft aus erneuerbaren Quellen. Entscheidend für den ökologischen Fußabdruck ist hingegen die Herkunft der Energie, mit welcher das E-Auto betrieben wird. Ein elektrisches Auto, das mit Strom aus einem Kohlekraftwerk fährt, ist nicht umweltfreundlicher als ein benzin- oder dieselbetriebenes. Dennoch verbraucht ein E-Auto während seines gesamten Lebenszyklus’ weniger Energie und stößt viel weniger CO2 aus als herkömmliche Pkws.
Unser Urteil: Unter Verwendung von erneuerbaren Energien ist die Klimabilanz des Elektroautos besser als die von Autos mit Verbrennungsmotoren. Sie verursachen außerdem weniger Abgase und Lärm, die Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus muss jedoch kritisch betrachtet werden.

#6 Das Klima erwärmt sich nicht, die Winter werden sogar kälter.

Das stimmt nicht. Auch wenn das Wetter kalt ist, kann sich das Klima langfristig erwärmen.

Im Winter 2016 fielen die Temperaturen in Südeuropa auf zweistellige Werte unter Null. Gleichzeitig gab es in den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts doppelt so viele heftige Schneestürme wie in der ersten. Aufgrund dieser Kälterekorde zweifelst du an der Klimaerwärmung? Achtung: Wetterphänomene sagen nicht viel über das Klima aus. Während das Wetter Ereignisse in einem bestimmten Zeitraum beschreibt, bezeichnet der Begriff Klima langfristige Entwicklungen.
Über der Arktis liegen im Winterhalbjahr Polarwirbel. Diese treffen auf Jetstreams (Starkwindbänder), die warme Luft vom Äquator mitbringen. Dadurch wird die kalte Winterluft normalerweise erwärmt. Da die Temperatur an den Polen steigt, verändern sich die Jetstreams. Sie bewirken, dass kalte Luftmassen weiter südlich gelangen und es ungewöhnlich kalt werden kann. Wenn der Jetstream schwächer wird, kann der Polarwirbel aufbrechen und kalte Luft gelangt aus der Arktis in den Süden.
Die Klimaerwärmung ist also sogar eine Ursache für kältere Winter. Global gesehen steigen die Temperaturen an, im Durchschnitt ist es heute ein Grad wärmer als im Jahr 1880.

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#7 Die Ressourcen der Erde regenerieren sich.

Ja, aber: Wir verbrauchen die Ressourcen der Erde schneller, als diese wiederhergestellt werden.

Die Erde verfügt über nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Pflanzenöle oder Zucker. Wir verbrauchen diese Ressourcen jedoch so schnell, dass die Erde sie nicht in diesem Umfang erneuern kann. Am 5. Mai 2021 war bereits der Earth Overshoot Day in Deutschland. Das bedeutet, dass wir bereits alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht haben, welche die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann.
Damit noch viele Generationen auf dieser Erde leben können, müssen wir unseren Konsum überdenken und verändern. Das geht, indem du zum Beispiel deine Elektronikgeräte so lange wie möglich nutzt.

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www.bmu.de/faq/wie-viele-plastiktueten-werden-verbraucht/

www.deutschlandfunk.de/nachhaltigkeit-stoffbeutel-sind-nicht-besonders-oeko.697.de.html?dram:article_id=415385www.utopia.de/ratgeber/klimawandel-mythen-luegen-check/

www.haz.de/Mehr/Finanzen/Nachhaltig-in-die-Zukunft/Sechs-Mythen-rund-ums-Thema-Nachhaltigkeit  

www.refurbed.de/a/myth-vs-fact-umwelt/?_ke=eyJrbF9jb21wYW55X2lkIjogIk1lWjlIciIsICJrbF9lbWFpbCI6ICJqdWxpYW4ud2VuZ2VyQHBvc3Rlby5kZSJ9

www.umwelt-im-unterricht.de

www.utopia.de/ratgeber/klimawandel-mythen-luegen-check/

www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/umweltvorteil-der-eautos-24928

 
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