Das Handy im Winter: Was Kälte anrichten kann

Der Winter steht mal wieder vor der Tür und für unsere elektronischen Wegbegleiter bedeutet das genau so viel Stress wie für uns. Minusgrade und Feuchtigkeit sind dabei für den Akku und den Touchscreen ein besonders negativen Einfluss. Apple empfiehlt zum Beispiel für das iPhone X eine Betriebstemperatur von mindestens 0°C. Die Hersteller stellen folgende Temperaturempfehlungen für ihre Smartphones zur Verfügung:

Apple: 0 ºC bis 35 ºC
HTC: 0 ºC bis 40 ºC
Huawei: In Betrieb 0 ºC bis 35 ºC, ausgeschaltet -20 ºC bis 45 ºC
Samsung: In Betrieb 0 ºC bis 35 ºC, ausgeschaltet -20 ºC bis 50 ºC
Sony: Nicht in „extremer Hitze oder Kälte“ verwenden

In Deutschland sind Minusgrade von November bis März jedoch keine Seltenheit und das Handy im Winter wegen ungemütlichem Wetter zuhause zu lassen ist für die Meisten auch keine Option. Wie soll man sich also verhalten?

Smartphone Kältetest!

Warum der Akku unter kalten Temperaturen leidet

Wenn du dich im Winter länger im Freien aufhältst, kann es passieren, dass sich der Akku schneller entlädt, als sonst. Gerade hattest du noch 70% Ladezustand und plötzlich geht das Gerät aus. Das passiert besonders bei älteren Akkus mit Lithium Ionen.

Der Grund dafür sind die durch die Kälte verlangsamten elektrochemischen Prozesse, die im Akku stattfinden. Bei Minusgraden wird die Elektrolytflüssigkeit zäher, was es den Ionen schwerer macht sie zu durchdringen, was wiederum zum Spannungszusammenbruch und Tiefentladung führen kann. Damit das nicht passiert, schützt sich das Handy selbst und schaltet sich automatisch vorher aus. Sollte es dann aber häufiger vorkommen, erhöht das den Akku Verschleiß und du musst dir im schlimmsten Fall bald einen neuen Akku zulegen.

Auch der Touchscreen wird durch Minustemperaturen belastet. Bildschirme der IPS- und TFT-Technik bestehen aus Flüssigkeitskristallen, die bei Kälte einfrieren können, sodass das Display nur noch träge reagiert oder gar nicht mehr funktionsfähig ist. Bei AMOLED-Displays sind organische Leuchtdioden statt Flüssigkeitskristalle im Einsatz, was die Anfälligkeit gegenüber Kälte reduziert. Vollständig kälteresistent ist das Display jedoch auch durch diese Technik nicht.


Durch Temperaturschwankungen zu Wasseransammlungen im Gehäuse

Doch nicht nur das Herumtollen im Schnee birgt Gefahren. Auch wenn du dich von der klirrenden Kälte ins Warme begibst, kann es durch den plötzlichen Kalt-warm-Wechsel zur Kondensation kommen. Dabei bildet sich im kalten Gehäuse feuchte, warme Luft und es entstehen winzige, verborgene Wasseransammlungen im Handy. Dies kann zu teils irreparablen Schäden an den Akku-Kontakten oder am Display führen.

Das Handy im Winter warm halten

Auch dein Smartphone möchte es im Winter warm haben


Wie kann man also das Handy im Winter schützen?

Es gibt aber einige simple Maßnahmen, die du treffen kannst, damit dein treuer Begleiter die kalten Wintermonate schadenfrei überstehen kann. Damit bewahrst du nicht nur eine längere Akkulaufzeit, sondern verminderst den allgemeinen Verschleiß deines Gerätes.

1. Trag dein Smartphone nah am Körper

Damit dein Handy im Winter auch bei Minusgraden möglichst innerhalb seiner optimalen Betriebstemperatur bleibt, solltest du es zum Beispiel in der Jacken-Innentasche tragen. Mit deiner Körpertemperatur hältst du es somit einigermaßen warm. Außerdem lohnt es sich, ein Headset mitzunehmen, damit du es bei unerwarteten Anrufen nicht aus der Tasche ziehen musst.

2. Schalte dein Smartphone bei extremer Kälte ab

Wenn es zum Beispiel im Skiurlaub besonders kalt und feucht wird, wie etwa in den Alpen, so lohnt es sich, das Handy draußen auszuschalten. Dadurch entstehen erst gar keine elektrochemischen Prozesse im Akku, die durch eine zähere Elektrolytflüssigkeit beeinträchtigt werden. Am allerbesten ist es natürlich, das Handy gar nicht erst in den Schnee mitzunehmen.

3. Vermeide Kalt-warm Wechsel

Klar braucht man das Handy unterwegs auch im Winter. Wenn du dann aber von deinem Winterspaziergang wieder in die aufgeheizte Stube kommst, solltest dein Smartphone vorher am besten ausschalten. Nach rund einer Stunde hat es sich dann der warmen Umgebung angepasst und kann wieder ohne Gefahr eingeschaltet werden. Wenn du nicht so lange warten kannst, lass dein kaltes Handy noch eine Weile in der Jackentasche im Flur, bevor du dich wieder an deine Apps ranmachst.

4. Besorg dir eine wärmende Hülle

Wenn du dein Handy ohne Hülle mit dir trägst, ist es der Kälte direkt ausgesetzt. Eine einfache Gummi- oder Wollhülle reicht aus, um die Temperaturauswirkungen auf dein Handy zumindest zu verringern. Einen noch besseren Schutz bietet dir eine Outdoor Handy Tasche.

5. Sich ein Outdoor Handy zulegen

Zugegeben, Outdoor Handys sehen mit ihrem dicken Gehäuse nicht besonders schick aus, dafür halten sie raue Wetterbedingungen problemlos aus. Dank der robusten und gut isolierten Gehäuse sind sie auch ideal gegen den eventuellen Tauchgang im Schnee oder plötzliche Temperaturschwankungen gewappnet. Wenn du also im Winter auf Outdoor-Spaß mit Handy nicht verzichten kannst, kann sich die Anschaffung lohnen.


Vorsicht ist besser als Nachsicht

So staub- und wasserresistent dein Smartphone sein mag, gegen unsere winterüblichen Minusgrade ist es nicht gewappnet. Besonders dann, wenn es schon das eine oder andere Jahr auf dem Buckel hat, wirst du merken, dass das Handy im Winter besonders im Freien nicht lange mitmacht. Und wenn es nicht der Akku ist, dann wirst du wahrscheinlich an deinem Display merken, dass es auffällig langsamer auf deine Berührungen reagiert. Damit es aber gar nicht erst zu diesen Erscheinungen kommt, kannst du die simplen, oben genannten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Falls es aber doch zu spät ist und du nach einigen kalten Tagen bemerkst, dass etwas nicht mehr stimmt, nicht verzagen: Die nächste Handywerkstatt liegt bestimmt um die Ecke.

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2 Kommentare zu “Das Handy im Winter: Was Kälte anrichten kann

  1. So ist das nun mal bei Technik, die mag keine extremen Temperaturen. Daher kommt ja auch überall wo es drauf ankommt Schaltschrankklimatisierung und Co zum Einsatz. Beim Handy reicht meist jedoch schon ein wenig Achtsamkeit und die Jackentasche… 😉

  2. Berlin_Berlin am :

    Sehr interessant!! So erging es mir letzten Winter auch. Mein Display reagierte gar nicht mehr. Fazit, es musste zur Handy Reparatur. Gut, habe ich eine super Werkstatt um die Ecke gefunden.

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