Manuela Gaßner

Zero Waste, geht das überhaupt? Ein Interview mit Manuela Gaßner

617 Kilogramm Müll wirft jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr in die Tonne - besonders der Anteil an Verpackungsmüll wird immer größer.
 Manuela Gaßner wollte da nicht mehr mitmachen, sie versucht mit ihrer Familie müllfrei zu leben. "Zero Waste" heißt diese Bewegung, und sie findet in Deutschland immer mehr Nachahmer. Manuela Gaßner hat ihr Leben völlig umgekrempelt. Die Agrarwissenschaftlerin, Autorin, Bloggerin und urbane Gärtnerin setzt sich seither für die Zero Waste Bewegung ein und inspiriert auch andere zum Umdenken, festgehalten wird das Ganze auf ihrem Blog: einfachzerowasteleben.deWir haben mit ihr über den Weg mit "Zero Waste" gesprochen:

Wie bist du auf Zero Waste Aufmerksam geworden?

Unsere Müllberge! Unglaublich was sich da nach jedem Einkauf angesammelt hat. Für mich war der erste logische Schritt, möglichst viele Verpackungen im Laden zu lassen. Erste Erfolgserlebnisse stellten sich ein und flauten aber auch schnell wieder ab. Was für ein Aufwand, jedes Mal vor dem Geschäft zu stehen und alles auszupacken. Dann kam unser Umzug dazwischen – was man nicht alles hat! Ich wollte auf keinen Fall alles mitnehmen, es ging ans Aussortieren – verkaufen, verschenken, reparieren und entsorgen. Das hat mir die Augen geöffnet. Suchmaschine angeworfen, Stichworte: Plastik, Konsum, Müllvermeidung, Wegwerfgesellschaft, Umwelt und das Ergebnis war dann Zero Waste.

Was bedeutet für dich Zero Waste und welche Bereiche des alltäglichen Lebens sind dadurch beeinflusst?

Alle Bereiche sind beeinflusst – Lebensmittel, Pflege, Reinigung, Kleidung, Mobilität, Energie, etc. Das macht es so interessant und motivierend, weil wir in einer Zeit leben, wo wirklich jede Alltagsituation betroffen ist und man bei jeder Veränderung einen Erfolg sehen kann.

Bedeutet Zero Waste zu verzichten?

Hilfe, ich muss verzichten! Hilfe, ich verliere was! Ja, den täglichen Müll.

Alles kommt auf den Standpunkt an. Empfinde ich es als Luxus mein Gemüse selbst anzubauen oder ist das nur was für „Arme“ und eine zeitliche und körperliche Belastung? Erleichtert mir ein übersichtlicher Kleiderschrank meine Auswahl und spart Zeit oder liebe ich es jedem Morgen eine halbe Stunde in meinem Kleiderschrank-Fundus etwas Neues zu entdecken? Bin ich stolz mein Handy repariert zu haben oder habe ich die Befürchtung bemitleidet zu werden, weil ich mir kein neues „leisten“ will oder kann? Das muss jeder selbst entscheiden – ich empfinde Zero Waste als Bereicherung, mein eigenes Gemüse als Luxus, auch wenn es Zeit kostet, aber die spare ich mir ja morgens bei meinem Kleiderschrank.

Wie hat sich der Zero Waste Gedanke im Laufe der Zeit verändert? 

Der Zero Waste Gedanke ist irgendwie, wie die Neuerfindung des Rades. Zero Waste war früher ganz normal, aber wir haben uns inzwischen soweit davon entfernt, dass es brandneu erscheint. Früher waren es die Ökohippies heute sind es die hippen Ökos. Eine wunderbare Veränderung, der Umweltschutz mausert sich zu einem angesagten Lifestyle. Durch soziale Medien kann man sich regional zusammenfinden und gleichzeitig als Teil einer globalen Bewegung empfinden.

Welche Bedeutung hat das Handy für die Umwelt?

Der Abbau der Rohstoffe ist häufig mit der Abholzung ganzer Wälder verbunden, Felsformationen werden dem Erdboden gleichgemacht. Um die teilweise seltenen Metalle aus dem Gestein zu lösen, werden giftige Lösungsmittel verwendet, die dann in Gewässer gelangen können und die Gesundheit der Menschen und Tiere gefährden. Übrigens seltene Erden sind eigentlich Metalle. Da Rohstoffe oft in weitentfernten Ländern abgebaut werden, sind Umwelt- und Sozialstandards partiell schwer zu kontrollieren. Auch Transport und weitere „Veredlungsmaßnahmen“ orientieren sind oft an Gewinnmaximierung und nicht an den Folgen für Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte.

Welche Lösungsansätze gibt es, um das soziale und ökologische Dilemma zum Thema Ressourcengewinnung und Smartphoneherstellung zu lindern?

Da Smartphones auch viel Positives bewirken und die Kommunikation inzwischen als Lebensqualität und -standard gesehen wird, ist es utopisch zu sagen – das Smartphone gehört wieder weg. Also hilft nur ein respektvoller Umgang mit dem Phone, d.h. nicht kaputt machen, reparieren, solange wie möglich nutzen und zum Schluss richtig Recyceln!

Die Hauptfrage ist, benötigen wir jedes Jahr das neueste Modell? Mich stört der ständige Hunger und Wettlauf nach dem neuesten Schrei. Die Entwicklung in den letzten Jahren geht unglaublich schnell, und natürlich kann und möchte man sich dem Fortschritt nicht verwehren, aber exponentielles Wachstum ist wie ein Durchlauferhitzer, irgendwann läuft er im wahrsten Sinne heiß.

Ganz wichtig finde ich die richtige Entsorgung. Das Phone gehört nicht in den Restmüll, sondern zu der vorgesehenen Sammelstelle, damit die Bestandteile wiederverwendet werden können und nicht erneut abgebaut werden müssen.

Wie lange nutzt du dein Handy im Schnitt?

Meine Handygeschichte ist noch nicht soooo alt. Ich habe mich lange gegen ein Handy gesträubt und tatsächlich erst mit stolzen 20 Jahren nachgegeben. Das hat dann auch etwa 4 Jahre funktioniert und eine unglaubliche Akkuleistung von fast zwei Wochen gehabt. Dann habe ich mein zweites Handy mit meinem neuen Vertrag bekommen, das habe ich unglaubliche 10 Jahre, also bis 2015, mit mir rumgetragen, bis sich alle beschwert haben, dass sie mich nicht richtig hören können. Ok, dann kam mein erstes gebrauchtes „Steinzeit“-Smartphone, das hatte ich leider nur 1,5 Jahre, weil ich es schon sehr gebraucht bekommen hatte. Dieses Jahr habe ich zum Geburtstag von meinem Freund mein zweites, ebenfalls gebrauchtes Smartphone bekommen. Und das läuft wunderbar! In den letzten 16 Jahren hatte ich vier Handys, macht eine durchschnittliche Nutzungszeit von 4 Jahren. Aha, ich reflektiere, mein erstes Smartphone hatte die geringste Nutzungsdauer! Das heißt, mein aktuelles wird bis zum bitteren Ende repariert!

Hast du schonmal ein Handy selbst repariert, wenn ja aus welcher Intention?

Tatsächlich habe ich noch nie ein Handy selbst repariert. Ich habe mich nie ran getraut und auch nicht gewusst, dass es Handy-reparier-Workshops gibt. Jetzt würde ich es der Umwelt zuliebe wagen, aber ich hoffe bis dahin dauert es noch gaaaanz lange.

Was ist dir bei einem Handy wichtig und wieso?

Da ich viel geschäftlich telefoniere, Mails schreibe und in sozialen Medien unterwegs bin, ist mir eine schnelle Bedienung, eine gute Kamera und eine lange Akkulaufzeit wichtig.

Was mich auch an Handys nervt, sind die unterschiedlichen Ladekabel. Für jedes Fabrikat und teilweise auch für Nachfolgeprodukte gibt es andere Ladekabel. Ich würde es sehr befürworten, wenn es da eine Vereinheitlichung geben würde, damit nicht jeder ein extra Kabel besitzen muss.

Hast du Tipps für einen Handyneukauf und wie bekommst du dies in Einklang mit der Zero Waste Philosophie?

Ich persönlich würde immer erst ein gebrauchtes Handy suchen. Wichtig finde ich einen modularen Aufbau, d.h. der Akku und das Display sind leicht zu wechseln. Sonst gelten die gleichen Regeln wie bei jedem Konsum

  1. Kann ich das „Teil“ reparieren?
  2. Brauch ich es wirklich?
  3. Gibt es das „Teil“ gebraucht?
  4. Die nachhaltigste Lösung die es gerade gibt! Unter welchen Bedingungen wird das Produkt hergestellt? Was passiert, wenn es doch kaputtgeht? Wie wird es recycelt?

Was sind einfache Zero Waste Regeln die jeder im Alltag umsetzen kann?

… und jetzt auch noch Zero Waste Regeln. Das hört sich schon nach Regelbruch und Strafe an

Ich finde Müllvermeidung im Alltag ist ein tolles, vielfältiges und erfolgversprechendes Thema. Wenn man sich dafür interessiert, hat man schon den ersten Schritt getan.

Meine Anregungen (nicht Regeln!) wären: Alle Mülleimer zusammenlegen und schauen was ist drin. Dann eine Verpackung auswählen und versuchen sie zukünftig zu vermeiden. Beispielsweise Tetra Pak – mit dem regionalen Pfandsystem ersetzten, dann PET-Flaschen mit Leitungswasser und Pfandflaschen ersetzten, dann Gemüse- und Obstplastiktüten mit Stofftaschen ersetzen, dann Reinigungsmittel mit Essig, Natron, Seife oder Salz ersetzen. Und so setzt sich die Liste fort. Auch wer verstärkt auf regionale Produkte achtet reduziert Müll – nämlich CO2-Emissionen beim Transport. So öffnen sich viele Möglichkeiten und es gibt immer kleine und motivierende Erfolgserlebnisse.

Der Mobilfunksektor platzt aus allen Nähten: Im Wochentakt stocken neue Smartphones die Reihen mobiler Alleskönner auf und auch der große Bruder alias Tablet lädt dank eSIM & Co. zum Telefonieren und Chatten ein. Doch so zahlreich und nützlich die Funktionen der Mobilfunkmeister sind: Der Umwelt macht die mobile Hightech zu schaffen; in puncto Nachhaltigkeit ernten Smartphones und Tablets einen dicken Daumen nach unten. So scheint der Wunsch nach neuerer, schnellerer und kräftigerer Technik den Markt zu dominieren und nahezu ohne Gegenwehr in Richtung Luxus-Handy zu lenken.

Doch der Schein trügt: Kleine Fische wie zum Beispiel die Entwickler des Fairphone schwimmen gegen den Strom an. Neben dem niederländischen Konsortium hat sogar hierzulande ein David die Bio-Schleuder erhoben und zum ökologischen Kommunikationszeitalter aufgerufen: Das Unternehmen Shift werkelt seit Jahren an Konzepten, die so fair und nachhaltig wie möglich ausfallen - sowohl für dich als Kunden als auch für die Hersteller, Arbeiter, Entwickler und Verkäufer!

Dass ein chinesisches Partnerunternehmen die Fertigung der sogenannten Shiftphones übernimmt, verblüfft zunächst. Schließlich wurden und werden Produzenten aus dem Fernen Osten wie Foxconn, welches unter anderem für den Platzhirsch Apple arbeitet, heftig für den Umgang mit ihren Mitarbeitern kritisiert. So machten 2017 zum Beispiel Berichte über massenhafte Suizide und deren Folgen Schlagzeilen: Anstelle den Mitarbeitern ein gerechteres Arbeitsverhältnis zuzugestehen, spannte der Konzern Netze um seine Fabrikhallen, um den wortwörtlichen Sprung aus dem Fenster zu untersagen. Ein glücklicheres Los haben die Arbeiter der Shift gezogen: Unter den Fittichen des Chinabetriebs Taos verbringen die flinken Hände maximal 40 Stunden pro Woche an den Fließbändern, werden mit Gehältern von rund 1.000 Euro mehr als doppelt so hoch wie branchenüblich entlohnt und erhalten gar ein Recht auf Arbeitsverzicht an Wochenenden und Feiertagen.

SHIFT6m - ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit?

 

Shift6m technische daten

 

Für seine humane Linie ist Shift zu loben. Dieser Bonus allein wird den Hightech-Handys jedoch kaum zum Erfolg verhelfen. Auch die Technik, die Qualität und der letztendliche Nutzen müssen überzeugen. Andernfalls dürften selbst große Naturliebhaber kaum geneigt sein, iPhone & Co. den Rücken zuzukehren. Dass dem Konzern dies bewusst ist, beweist ein Blick auf das neueste Flaggschiff: Das SHIFT6m dient mit einem großen sowie hochauflösenden Bildschirm, einer flotten Performance und einem kräftigen Kamera-Set. Große Pluspunkte verdient sich das "grüne Smartphone" zudem in Sachen Reparierbarkeit beziehungsweise Recycling: Das SHIFT6m gilt mit seinem "modularen Design" als ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit, Preisbewusstsein und Support, denn bei Bedarf darfst du das Modell nahezu komplett auseinanderbauen.

 

Shift6m im Detail

 

Quelle: SHIFT GmbH

Dreh- und Angelpunkt eines Smartphones ist der Bildschirm: Die Anzeige visualisiert nicht nur Inhalte und Vorgänge, sondern dient auch als Verwaltungsplattform. Shift hat seinem 6m-Modell einen 5,7 Zoll großen AMOLED-Screen verpasst, der mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln an die Arbeit geht und in einem Rahmen aus Polykarbonat gefasst ist. Dieser soll sich zu 90 % recyceln lassen! Vom Recycling profitierst du nicht nur, wenn du das Smartphone entsorgst, denn Shift hat ein Umtauschangebot erschlossen: Wird der Recycling-Dienst in Anspruch genommen, kann ein neues Modell zu einem günstigeren Preis gegen Eintausch des Altgeräts erworben werden. Die Komponenten des eingeschickten Smartphones wie zum Beispiel das Gehäuse werden entweder in die hauseigene Produktion eingebunden oder gemeinnützigen Projekten gespendet.

Doch wie dem auch sei: Das SHIFT6m liegt mit seinem Vollwert-Gummi-Mantel gut in der Hand und ist erstaunlich rutschsicher. So senkt der Hersteller auch die Gefahr von Sturzschäden und erspart seinen Kunden kostspielige Reparaturen. Wer sich ein bisschen mit Smartphones auskennt: Optisch sowie haptisch ist das Modell gut mit einem der Nexus-Phones (Google) zu vergleichen. Die Farbauswahl ist auf ein schlichtes Schwarz beschränkt, doch altbacken oder langweilig wirkt das "Öko-Handy" nicht: Eine stilsichere Platzierung des Power-Buttons und die darunterliegende, sauber integrierte Lautstärkenwippe, zeugen von architektonischem Geschick. Eine Portion Eigenkritik und Witz offenbart ein aufgedruckter Slogan am unteren Rand der Rückfläche. Hier verstecken sich in dezenter weißer Fußnotenschrift die Worte: smartphones can be timekillers, there is no greater gift for you today, than the next 24 hours. use them wisely. people are more important than machines.

Shifhtphones shift6m im Test

 

Dennoch kann der Griff zum SHIFT6m Spaß machen. Dies unterstreichen insbesondere die Kameras, die mit einer Auflösung von 21 Megapixel (Hauptkamera) und 13 Megapixel (Frontkamera) beschert sind. Erstere bringt gar einen optischen Bildstabilisator mit sich. Fotos und Videos, wahlweise auch in 4K-Qualität, landen auf dem internen Speicher, der mit einem Volumen von 64 GB reichlich Unterschlupf bietet. Auch für Apps und Musik bietet das SHIFT6m genügend Platz. Besonders speicherhungrigen Nutzern hilft ein Micro-SDXC-Schacht aus: Speicherkarten mit einer Größe von bis zu 256 GB sind im Handumdrehen eingelegt. Angesichts eines Prozessors des Typs MT6797X Helio X27 lohnt sich der Einschub einer flotteren Karte wie zum Beispiel einer Class-10-Flash-ROM. Denn obgleich der 10-Kern-Prozessor ordentlich Rechenpower mit sich bringt, kann es die eine oder andere Sekunde dauern, bis jede Ecke der Speicherkarte durchforstet ist.

Prozessor im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsprinzip

 

Shift6m

Quelle: SHIFT GmbH

Die Primärplatine dreht mit seinen 2 x 2,6 GHz lediglich unter Volllast auf. Andernfalls übernimmt ein Duo an sekundären Stromspar-Prozessoren mit jeweils 4 Kernen die Arbeit. So garantiert das Modell einen geringen Stromverbrauch und ist dennoch im Nu aus dem Stand-by-Modus erwacht. Apropos Stromverbrauch: Die Energieversorgung übernimmt ein 4.200 mAh fassender Lithium-Polymer-Akku. Je nach Nutzung variieren natürlich die Laufzeiten, doch bei eingeschaltetem Display soll das Handy im Schnitt 18 Stunden durchhalten. Ein Spitzenwert, der selbst die Leistung vieler Langlauf-Smartphones übertrifft. Aufgetankt werden die Kraftzellen mit einem USB-Kabel der dritten Generation - allerdings musst du auf ein eigenes Netzgerät beziehungsweise einen PC-Port zurückgreifen. Ein Netzteil gehört nicht zur Zubehörliste. Laut Daniel Rauh, Gründer von Shift, habe der Kunde in der Regel mehrere Netzgeräte vorrätig, sodass durch diesen Verzicht lediglich dem Elektroschrott-Dilemma vorgebeugt werden solle. Immerhin: Das USB-Kabel kennt kein "oben" und "unten" - das Einstöpseln der Strippe gelingt seitenunabhängig.

Reparieren leicht gemacht

Der Verzicht auf ein Netzgerät ist Shift schnell verziehen, denn im Lieferumfang befindet sich ein Schraubendreher, der das Entfernen der Miniaturschrauben (Torx) ermöglicht. Grund: Das SHIFT6m ist auf ein möglichst autarkes Benutzerkonzept ausgerichtet. Nahezu sämtliche Komponenten des "Self-Repair-Phones" sind auseinanderzubauen und zu ersetzen! Der Hersteller bezeichnet dies als "modulares Design", bezieht sich jedoch nicht wie Motorola oder LG auf ein Upgraden durch leistungsfähigere Hardware, sondern möchte dem Besitzer die Möglichkeit zur Reparatur in Eigenregie geben. Denn obgleich das Vollgummi-Gehäuse schadhafte Krafteinwirkungen effizienter als ein Aluminiumbeschlag abfedern mag: Vor Sturz- und Stoßschäden ist das Modell keineswegs immun. Wie du den Alleskönner Schritt für Schritt auseinanderbauen und von dessen Reparierbarkeit profitierst, verrät dir unser Tutorial.

Vergleich macht klug - Shift6m vs. Galaxy S9 vs. iPhone X

Rein technisch betrachtet kann die Neuauflage der Konkurrenz das Wasser reichen. Doch nicht nur theoretisch muss ein Smartphone überzeugen: Letzten Endes zählt, wie sich das Handy im Alltag schlägt. So zeigt sich, dass Shift einiges richtig gemacht hat und in puncto Nachhaltigkeit sowie Reparierbarkeit sogar vorbildlich handelt. Hier und da hat Shift gegenüber Großkonzernen wie Samsung und Apple jedoch das Nachsehen. Beispielsweise fällt das eher schlichte Äußere auf: Das SHIFT6m wirkt nicht von gestern, doch an den Luxusfaktor des Galaxy S9 (Samsung) oder des iPhone X (Apple) kommt das Modell keineswegs heran.

Auf der Pro-Seite steht allerdings der Handlingsfaktor: Der aktuellste Vertreter der Shiftphones liegt sehr griffig in der Hand. Bei der Performance zeigen sich wiederum kleinere Schwächen. Hier macht sich der Öko-Gedanke bemerkbar, denn die CPU und GPU offenbart kein perfektes Zusammenspiel wie die Samsung- und Apple-Modelle: Grafisch aufwendige Spiele lassen stellenweise Ruckler zu. Als lahme Ente ist das SHIFT6m jedoch nicht zu bezeichnen. Schließlich befinden sich auch ein LTE-Chip und eine Schnittstelle für Bluetooth-Verbindungen (4.1) an Board. Als Software-Gerüst dient Android 8.0 alias Oreo. Hier ist das SHIFT6m gleichauf mit Samsungs Weltraumvertreter, doch das Öko-Handy gibt es wahlweise auch ohne Google-Dienste!

Wer vom Suchmaschinensystem nicht viel hält oder dessen Schnüffelofferten nicht gutheißt, wird in Shift OS eine gute und stabile Alternative finden. Leider sind in dem Programm keine exklusiven Sicherheitstechniken integriert - Samsung bietet mit Knox einen virtuellen Datentresor und Apple gilt nicht zuletzt seit der Weigerung, Kundendaten mächtigen US-Bundesbehörden preiszugeben, als Privatsphärenschützer Nummer eins. Immerhin: Das SHIFT6m kann mit einem Fingerabdrucksensor dienen. Auf Neuheiten wie "Intelligent Scan" oder "Face ID", bestehend aus Gesichtsfeld-Infrarot-Bestrahlung und Iris-Abgleich, musst du jedoch verzichten. Zu guter Letzt ein Vergleich zum Fairphone: Während das aktuelle Modell (Fairphone 2) insbesondere designtechnisch neue Wege gehen und den Blick auf eine kostengünstige Vermarktung lenkt, platziert sich das Handy von Shift mit einer kräftigeren Hardware und einer frischeren Software. Das Fairphone 2 wird zum Beispiel mit Android 7 ausgeliefert. Auch bezüglich Kamera und Speicher ist das 6m-Shiftphone einen Tick besser aufgestellt: Das Fairphone kann lediglich mit einem nativen 32-GB-Speicher dienen und bringt unter ungünstigen Lichtbedingungen nur mittelmäßige Fotos beziehungsweise Videos zustande.

shiftphones shift6m im vergleich

 

Fazit: Gutes Gewissen trifft Oberklassentechnik

Mit einem Preis von 555 Euro (Stand Juni 2018) liegt das SHIFT6m auf einer Ebene mit dem Galaxy S9 (580 Euro) und dem Fairphone (529 Euro), ist jedoch deutlich günstiger als das iPhone X (999 Euro). Wirklich preiswert ist das Smartphone mit dem grünen Herzen nicht, sollte angesichts seines löblichen und fraglos praxistauglichen Konzepts jedoch jedem Naturfreund sein Geld wert sein. Zudem versichert der Hersteller, bei der Produktion auf den kostbaren Rohstoff Kobalt zu verzichten und beim Verlöten nicht auf seltene Zinnvorräte zurückzugreifen. Beide Materialen gelten als Trauerbeispiele, wie sehr renommierte Hersteller großzügig über Kinderarbeit in lebensgefährlichen Minen hinwegsehen. Möchtest du dich vom SHIFT6m aus erster Hand überzeugen, gewährt dir das, per Crowdfunding finanzierte, Unternehmen einen kostenlosen Versand, weist jedoch auf eine Lieferzeit von rund acht Wochen hin.

PS: Zur Familie der Shiftphones gehört auch ein kleineres 5-Zoll-Modell, das Shift5m. In Zukunft sollen außerdem ein Notebook und ein Tablet Umbrüche in Sachen Recycling, Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit auf dem PC-Parkett lostreten.

 

Quelle: SHIFT GmbH

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3 thoughts on “Zero Waste, geht das überhaupt? Ein Interview mit Manuela Gaßner

  1. Wow Friedhelm, coole Herangehensweise. Versuche selbst auch immer so viel wie möglich zu reparieren, einige gute Tipps findet man auch immer i Internet. Vom Reißverschluss am Rucksack bis hin zur Waschmaschine.

  2. Liebe Leute,
    es hat den Anschein, als drehe sich bei kaputt.de alles um das Smartphone. Dabei gibt es unbestimmt viele Alltagsgegenstände, die die dumme Angewohnheit haben, vorzeitig ihren Geist auszuhauchen. Ich denke da an unseren Wasserkocher, Bomann, Typ sowieso. Nicht daß ich mit dem unzufrieden wäre – schließlich hat er’s zehn Jahre lang getan. Aber nun ist er undicht, näßt wie ein Säugling. Der Säugling darf, der Kocher nicht.
    Nach Versuch und Irrtum habe ich die undichte Stelle denn auch gefunden. Der Übergang Kondensatröhrchen – Bodenplatte, vom Hersteller unterseitig (schlecht) mit HT – Silikon verschlossen, den bekomme ich nicht dicht.
    Habs versucht mit Verkieseln: Fehlanzeige. Abdichten wasserseitig mit 2-Komponentenkitt (Bindulin): Schon besser, war trotzdem nicht von Dauer.
    Klar, der Kocher ist ein wirtschaftlicher Totalschaden, aber Ich sehe solche Reparaturen sportlich: Mal schauen, ob der Verschleißforschung nicht irgendwie ein Schnippchen zu schlagen ist.
    Vielleicht hat jemand eine Idee, wie der winzigkleinen Undichtigkeit beizukommen ist.

    Ach ja: Ich repariere gern, auch gern für andere Leute. Andere, das meint Freunde und Verwandte. Es ist dabei ausgesprochen lästig, jedesmal zu rechtfertigen, wenn man kein finanzielles Entgelt will. Ich gehe dem aus dem Weg, mittlerweile und überweise das, was man mir aufdrängt, an Greenpeace, Medico International u.s.w. Der Gewinn liegt in der Arbeitserfahrung, Müllvermeidung, was einfach nicht kapiert wird.

    Friedhelm

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