Der Smartphone Akku-Check

Ein Akku ist, wenn man so will, die lebensversorgende Energiequelle, ohne die ein Smartphone höchstens als eleganter Briefbeschwerer seinem Besitzer Nutzen stiftet.

 

Die Geschichte des Akkus:

Angetan durch das Schwärzen von Silbersalzen, das zur Entdeckung der UV-Strahlung führte, erfand der deutsche Physiker Johan Wilhelm Ritter 1802 den ersten Akkumulator. Bekannt als die Rittersche Ladesäule bestand dieser Akkumulator aus Kupfer- und Kartonscheiben, die in Tafelsalz getränkt waren.
Allerdings war diese technische Revolution alles andere als portabel und somit weit entfernt von dem was wir uns heute unter einem gewöhnlichen Handy Akku vorstellen. Genug Geschichte!

 

Fakten über Smartphone Akkus:

Heutzutage setzt die Smartphone Industrie auf Lithium-Akkus, die mittlerweile ein Standard für die Energieversorgung vieler mobiler Stromfresser geworden sind. Die weit verbreiteten Lithium-Ionen-Akkus, sowie die als Neuheit beworbenen Lithium-Polymer-Akkus, unterscheiden sich dabei nur bedingt von einander. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass Lithium-Akkus, nicht vom viel diskutieren Memory-Effekte betroffen sind.

Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Smartphones, die über einen längeren Zeitraum nicht voll entladen werden, weniger Akkuleistung haben, da der Akku sich sozusagen merkt, ab welchem Energiestand das Telefon in der Regel geladen wird und so einen neuen Nullpunkt setzt.

Dieser Smartphone-Mythos basiert auf der Eigenschaft des Nickel-Cadmium-Akkumulators und ist somit hinfällig.

 

Bildquelle: flickr.com (Aaron Yoo - CC BY-ND 2.0)

 

Tipps für die Optimierung der Akkulaufzeit:

Wichtig zu wissen ist, dass Lithium-Akkus keinen extrem hohen bzw. niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden sollten!

Als Idealtemperatur gelten ca. 20 Grad Celsius.

Es empfiehlt sich daher, das Telefonieren am Skilift einzustellen und besten Falls Smartphones an heißen Sommertagen nicht im Auto liegen zulassen. Natürlich lässt sich die Laufzeit auch verlängern, wenn Applikationen und andere Dienste ausgeschaltet sind, sofern diese nicht benötigt werden. Da dies in der Theorie gut funktioniert, jedoch in der Praxis oft vergessen wird, gibt es kostenlose Applikationen wie: Battery Saver & Battery Doctor, die Dir helfen, automatisch Energie zu sparen und somit die Laufzeit Deines Smartphones zu verlängern.

Der Mobilfunksektor platzt aus allen Nähten: Im Wochentakt stocken neue Smartphones die Reihen mobiler Alleskönner auf und auch der große Bruder alias Tablet lädt dank eSIM & Co. zum Telefonieren und Chatten ein. Doch so zahlreich und nützlich die Funktionen der Mobilfunkmeister sind: Der Umwelt macht die mobile Hightech zu schaffen; in puncto Nachhaltigkeit ernten Smartphones und Tablets einen dicken Daumen nach unten. So scheint der Wunsch nach neuerer, schnellerer und kräftigerer Technik den Markt zu dominieren und nahezu ohne Gegenwehr in Richtung Luxus-Handy zu lenken.

Doch der Schein trügt: Kleine Fische wie zum Beispiel die Entwickler des Fairphone schwimmen gegen den Strom an. Neben dem niederländischen Konsortium hat sogar hierzulande ein David die Bio-Schleuder erhoben und zum ökologischen Kommunikationszeitalter aufgerufen: Das Unternehmen Shift werkelt seit Jahren an Konzepten, die so fair und nachhaltig wie möglich ausfallen - sowohl für dich als Kunden als auch für die Hersteller, Arbeiter, Entwickler und Verkäufer!

Dass ein chinesisches Partnerunternehmen die Fertigung der sogenannten Shiftphones übernimmt, verblüfft zunächst. Schließlich wurden und werden Produzenten aus dem Fernen Osten wie Foxconn, welches unter anderem für den Platzhirsch Apple arbeitet, heftig für den Umgang mit ihren Mitarbeitern kritisiert. So machten 2017 zum Beispiel Berichte über massenhafte Suizide und deren Folgen Schlagzeilen: Anstelle den Mitarbeitern ein gerechteres Arbeitsverhältnis zuzugestehen, spannte der Konzern Netze um seine Fabrikhallen, um den wortwörtlichen Sprung aus dem Fenster zu untersagen. Ein glücklicheres Los haben die Arbeiter der Shift gezogen: Unter den Fittichen des Chinabetriebs Taos verbringen die flinken Hände maximal 40 Stunden pro Woche an den Fließbändern, werden mit Gehältern von rund 1.000 Euro mehr als doppelt so hoch wie branchenüblich entlohnt und erhalten gar ein Recht auf Arbeitsverzicht an Wochenenden und Feiertagen.

SHIFT6m - ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit?

 

Shift6m technische daten

 

Für seine humane Linie ist Shift zu loben. Dieser Bonus allein wird den Hightech-Handys jedoch kaum zum Erfolg verhelfen. Auch die Technik, die Qualität und der letztendliche Nutzen müssen überzeugen. Andernfalls dürften selbst große Naturliebhaber kaum geneigt sein, iPhone & Co. den Rücken zuzukehren. Dass dem Konzern dies bewusst ist, beweist ein Blick auf das neueste Flaggschiff: Das SHIFT6m dient mit einem großen sowie hochauflösenden Bildschirm, einer flotten Performance und einem kräftigen Kamera-Set. Große Pluspunkte verdient sich das "grüne Smartphone" zudem in Sachen Reparierbarkeit beziehungsweise Recycling: Das SHIFT6m gilt mit seinem "modularen Design" als ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit, Preisbewusstsein und Support, denn bei Bedarf darfst du das Modell nahezu komplett auseinanderbauen.

 

Shift6m im Detail

 

Quelle: SHIFT GmbH

Dreh- und Angelpunkt eines Smartphones ist der Bildschirm: Die Anzeige visualisiert nicht nur Inhalte und Vorgänge, sondern dient auch als Verwaltungsplattform. Shift hat seinem 6m-Modell einen 5,7 Zoll großen AMOLED-Screen verpasst, der mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln an die Arbeit geht und in einem Rahmen aus Polykarbonat gefasst ist. Dieser soll sich zu 90 % recyceln lassen! Vom Recycling profitierst du nicht nur, wenn du das Smartphone entsorgst, denn Shift hat ein Umtauschangebot erschlossen: Wird der Recycling-Dienst in Anspruch genommen, kann ein neues Modell zu einem günstigeren Preis gegen Eintausch des Altgeräts erworben werden. Die Komponenten des eingeschickten Smartphones wie zum Beispiel das Gehäuse werden entweder in die hauseigene Produktion eingebunden oder gemeinnützigen Projekten gespendet.

Doch wie dem auch sei: Das SHIFT6m liegt mit seinem Vollwert-Gummi-Mantel gut in der Hand und ist erstaunlich rutschsicher. So senkt der Hersteller auch die Gefahr von Sturzschäden und erspart seinen Kunden kostspielige Reparaturen. Wer sich ein bisschen mit Smartphones auskennt: Optisch sowie haptisch ist das Modell gut mit einem der Nexus-Phones (Google) zu vergleichen. Die Farbauswahl ist auf ein schlichtes Schwarz beschränkt, doch altbacken oder langweilig wirkt das "Öko-Handy" nicht: Eine stilsichere Platzierung des Power-Buttons und die darunterliegende, sauber integrierte Lautstärkenwippe, zeugen von architektonischem Geschick. Eine Portion Eigenkritik und Witz offenbart ein aufgedruckter Slogan am unteren Rand der Rückfläche. Hier verstecken sich in dezenter weißer Fußnotenschrift die Worte: smartphones can be timekillers, there is no greater gift for you today, than the next 24 hours. use them wisely. people are more important than machines.

Shifhtphones shift6m im Test

 

Dennoch kann der Griff zum SHIFT6m Spaß machen. Dies unterstreichen insbesondere die Kameras, die mit einer Auflösung von 21 Megapixel (Hauptkamera) und 13 Megapixel (Frontkamera) beschert sind. Erstere bringt gar einen optischen Bildstabilisator mit sich. Fotos und Videos, wahlweise auch in 4K-Qualität, landen auf dem internen Speicher, der mit einem Volumen von 64 GB reichlich Unterschlupf bietet. Auch für Apps und Musik bietet das SHIFT6m genügend Platz. Besonders speicherhungrigen Nutzern hilft ein Micro-SDXC-Schacht aus: Speicherkarten mit einer Größe von bis zu 256 GB sind im Handumdrehen eingelegt. Angesichts eines Prozessors des Typs MT6797X Helio X27 lohnt sich der Einschub einer flotteren Karte wie zum Beispiel einer Class-10-Flash-ROM. Denn obgleich der 10-Kern-Prozessor ordentlich Rechenpower mit sich bringt, kann es die eine oder andere Sekunde dauern, bis jede Ecke der Speicherkarte durchforstet ist.

Prozessor im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsprinzip

 

Shift6m

Quelle: SHIFT GmbH

Die Primärplatine dreht mit seinen 2 x 2,6 GHz lediglich unter Volllast auf. Andernfalls übernimmt ein Duo an sekundären Stromspar-Prozessoren mit jeweils 4 Kernen die Arbeit. So garantiert das Modell einen geringen Stromverbrauch und ist dennoch im Nu aus dem Stand-by-Modus erwacht. Apropos Stromverbrauch: Die Energieversorgung übernimmt ein 4.200 mAh fassender Lithium-Polymer-Akku. Je nach Nutzung variieren natürlich die Laufzeiten, doch bei eingeschaltetem Display soll das Handy im Schnitt 18 Stunden durchhalten. Ein Spitzenwert, der selbst die Leistung vieler Langlauf-Smartphones übertrifft. Aufgetankt werden die Kraftzellen mit einem USB-Kabel der dritten Generation - allerdings musst du auf ein eigenes Netzgerät beziehungsweise einen PC-Port zurückgreifen. Ein Netzteil gehört nicht zur Zubehörliste. Laut Daniel Rauh, Gründer von Shift, habe der Kunde in der Regel mehrere Netzgeräte vorrätig, sodass durch diesen Verzicht lediglich dem Elektroschrott-Dilemma vorgebeugt werden solle. Immerhin: Das USB-Kabel kennt kein "oben" und "unten" - das Einstöpseln der Strippe gelingt seitenunabhängig.

Reparieren leicht gemacht

Der Verzicht auf ein Netzgerät ist Shift schnell verziehen, denn im Lieferumfang befindet sich ein Schraubendreher, der das Entfernen der Miniaturschrauben (Torx) ermöglicht. Grund: Das SHIFT6m ist auf ein möglichst autarkes Benutzerkonzept ausgerichtet. Nahezu sämtliche Komponenten des "Self-Repair-Phones" sind auseinanderzubauen und zu ersetzen! Der Hersteller bezeichnet dies als "modulares Design", bezieht sich jedoch nicht wie Motorola oder LG auf ein Upgraden durch leistungsfähigere Hardware, sondern möchte dem Besitzer die Möglichkeit zur Reparatur in Eigenregie geben. Denn obgleich das Vollgummi-Gehäuse schadhafte Krafteinwirkungen effizienter als ein Aluminiumbeschlag abfedern mag: Vor Sturz- und Stoßschäden ist das Modell keineswegs immun. Wie du den Alleskönner Schritt für Schritt auseinanderbauen und von dessen Reparierbarkeit profitierst, verrät dir unser Tutorial.

Vergleich macht klug - Shift6m vs. Galaxy S9 vs. iPhone X

Rein technisch betrachtet kann die Neuauflage der Konkurrenz das Wasser reichen. Doch nicht nur theoretisch muss ein Smartphone überzeugen: Letzten Endes zählt, wie sich das Handy im Alltag schlägt. So zeigt sich, dass Shift einiges richtig gemacht hat und in puncto Nachhaltigkeit sowie Reparierbarkeit sogar vorbildlich handelt. Hier und da hat Shift gegenüber Großkonzernen wie Samsung und Apple jedoch das Nachsehen. Beispielsweise fällt das eher schlichte Äußere auf: Das SHIFT6m wirkt nicht von gestern, doch an den Luxusfaktor des Galaxy S9 (Samsung) oder des iPhone X (Apple) kommt das Modell keineswegs heran.

Auf der Pro-Seite steht allerdings der Handlingsfaktor: Der aktuellste Vertreter der Shiftphones liegt sehr griffig in der Hand. Bei der Performance zeigen sich wiederum kleinere Schwächen. Hier macht sich der Öko-Gedanke bemerkbar, denn die CPU und GPU offenbart kein perfektes Zusammenspiel wie die Samsung- und Apple-Modelle: Grafisch aufwendige Spiele lassen stellenweise Ruckler zu. Als lahme Ente ist das SHIFT6m jedoch nicht zu bezeichnen. Schließlich befinden sich auch ein LTE-Chip und eine Schnittstelle für Bluetooth-Verbindungen (4.1) an Board. Als Software-Gerüst dient Android 8.0 alias Oreo. Hier ist das SHIFT6m gleichauf mit Samsungs Weltraumvertreter, doch das Öko-Handy gibt es wahlweise auch ohne Google-Dienste!

Wer vom Suchmaschinensystem nicht viel hält oder dessen Schnüffelofferten nicht gutheißt, wird in Shift OS eine gute und stabile Alternative finden. Leider sind in dem Programm keine exklusiven Sicherheitstechniken integriert - Samsung bietet mit Knox einen virtuellen Datentresor und Apple gilt nicht zuletzt seit der Weigerung, Kundendaten mächtigen US-Bundesbehörden preiszugeben, als Privatsphärenschützer Nummer eins. Immerhin: Das SHIFT6m kann mit einem Fingerabdrucksensor dienen. Auf Neuheiten wie "Intelligent Scan" oder "Face ID", bestehend aus Gesichtsfeld-Infrarot-Bestrahlung und Iris-Abgleich, musst du jedoch verzichten. Zu guter Letzt ein Vergleich zum Fairphone: Während das aktuelle Modell (Fairphone 2) insbesondere designtechnisch neue Wege gehen und den Blick auf eine kostengünstige Vermarktung lenkt, platziert sich das Handy von Shift mit einer kräftigeren Hardware und einer frischeren Software. Das Fairphone 2 wird zum Beispiel mit Android 7 ausgeliefert. Auch bezüglich Kamera und Speicher ist das 6m-Shiftphone einen Tick besser aufgestellt: Das Fairphone kann lediglich mit einem nativen 32-GB-Speicher dienen und bringt unter ungünstigen Lichtbedingungen nur mittelmäßige Fotos beziehungsweise Videos zustande.

shiftphones shift6m im vergleich

 

Fazit: Gutes Gewissen trifft Oberklassentechnik

Mit einem Preis von 555 Euro (Stand Juni 2018) liegt das SHIFT6m auf einer Ebene mit dem Galaxy S9 (580 Euro) und dem Fairphone (529 Euro), ist jedoch deutlich günstiger als das iPhone X (999 Euro). Wirklich preiswert ist das Smartphone mit dem grünen Herzen nicht, sollte angesichts seines löblichen und fraglos praxistauglichen Konzepts jedoch jedem Naturfreund sein Geld wert sein. Zudem versichert der Hersteller, bei der Produktion auf den kostbaren Rohstoff Kobalt zu verzichten und beim Verlöten nicht auf seltene Zinnvorräte zurückzugreifen. Beide Materialen gelten als Trauerbeispiele, wie sehr renommierte Hersteller großzügig über Kinderarbeit in lebensgefährlichen Minen hinwegsehen. Möchtest du dich vom SHIFT6m aus erster Hand überzeugen, gewährt dir das, per Crowdfunding finanzierte, Unternehmen einen kostenlosen Versand, weist jedoch auf eine Lieferzeit von rund acht Wochen hin.

PS: Zur Familie der Shiftphones gehört auch ein kleineres 5-Zoll-Modell, das Shift5m. In Zukunft sollen außerdem ein Notebook und ein Tablet Umbrüche in Sachen Recycling, Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit auf dem PC-Parkett lostreten.

 

Quelle: SHIFT GmbH

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